Regionalteam „Eliteschulen des Sports“ gegründet
Im September 2009 wurde durch den neuen Leiter des Olympiastützpunktes (OSP),
Herrn Kurrat, das Regionalteam Sachsen-Anhalt zur Förderung der Eliteschulen des Sports einberufen. Mitglieder sind Vertreter des LBS, OSB, des Kultusministerium, der Sport Sekundarschulen und Gymnasien und unseres Verbandes.
Das Hauptziel des Regionalteams besteht in der Optimierung der Zusammenarbeit Schule – Sport, um bestmögliche Bedingungen für eine leistungssportliche, zielorientierte Ausbildung und Erziehung der Sportschüler an den Sportspezialschulen zu ermöglichen und weltklasse sportliche Leistungen zu erzielen.
Im Dezember 2009 fand in der Landessportschule in Osterburg eine 1.Klausurtagung statt, auf der das aus der Vergangenheit spannungsbelastete Verhältnis zwischen Leistungssport (LSB, OSB) und Schule (Kultusministerium) zu Beginn zu spüren war. Offene, sachbezogene und kritische Diskussionen konnten Missverständnisse und Vorbehalte abbauen.
Inhaltlich standen folgende Themen auf der Tagesordnung:
Thema 1 : Sichtung und Aufnahmeprozess
- das durch den LSB am 07.11.2009 bestätigte Sportkonzept ist eine inhaltliche
Orientierung für die Sportschulen in Sachsen-Anhalt
- der Aufnahmetest der Sportschulen entspricht in allen Teilen den aktuellen
Anforderungen
- die Art und Weise der Umsetzung der Sichtung ist inhaltlich zu überarbeiten
(Datenschutz, Einwilligungserklärung der Eltern, Elternbrief)
Hierbei wurde der Sportlehrerverband um aktive Hilfe gebeten. Das Kultusministerium hat zur Unterstützung der „Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen bei der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern“ einen gleichnamigen Erlass am 16.12.2008 (26-520) herausgegeben.
Darin werden vielfältigen Möglichkeiten der Talentförderung durch Schule und Vereine, auch die Weitergabe von im Unterricht oder außerunterrichtlichen Sportveranstaltungen erhobenen Leistungsdaten hervorgehoben, sofern die Betroffenen in die Übermittlung schriftlich eingewilligt haben. Dies erfordert das Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten. In der praktischen Umsetzung bringt dies einige Probleme mit sich.
- Ist der Erlass noch nicht überall ins Bewusstsein der Verantwortlichen gedrungen. Im Klartext nicht bekannt. Informiert bitte die Schulleiter.
- Der Erlass fordert von den Grundschulen und weiterführenden Schulen, dass die Einverständniserklärung im ersten Elternabend verteilt, erläutert wird und dann unterschrieben dem Schülerstammblatt beizufügen ist. Dies geht weit über den Einfluss des Sportlehrers hinaus und muss an der Schule geklärt werden.
- Die aus der DDR bekannte Talentsichtung im Interesse des Leistungssports ist durch den die Verantwortlichen der Sportverbände im außerschulischen Bereich(wieder- der Autor) vorzunehmen. Sie ist nicht Gegenstand im Unterricht. Dennoch werden alle Sportlehrer gebeten, die befugten Personen, (Landestrainer,…), die jährlich vom Kultusministerium bestätigt werden, in ihrer Arbeit zu unterstützen. Verschließt nicht die Sporthallen. Lasst die Trainer hinein und unterstützt diese in ihrer Arbeit, die auch in unserem Interesse liegt.
Desweiteren standen noch eine Vielzahl zu lösender Probleme auf der Tagesordnung, wie Schule und Sport, Internate, Mensen und Sportstätten.
Das Regionalteam ist erfolgreich gestartet, um im schwierigen Verbundsystem von Leistungssport, Schule und Wohnen voranzukommen. In diesem Zusammenhang ist auf den „Brennpunkt - Eliteschulen des Sports: Qualitätskriterien für Schulen
oder nur für Teile eines Verbundsystems?“ von A. Hummel im 58 (2009), Heft 12 Sportunterricht zu verweisen, der auf die eigene Logik der beiden System (Leistungssport und Schule) hinweist.
Letztlich steht man vor der Alternative zweier Wege: Entweder geht man den Weg der Entwicklung besonderer Kriteriengefüge für die einzelnen Bereiche, die sich dann bestenfalls ergänzen oder man geht den konsequenteren Weg einer zunehmenden
Integration(Hummel,a.a.O.,S.353).
Genau vor dieser schwierigen Aufgabe steht das Regionalteam. Der Ausgang ist offen. Im Sinne der jungen Leistungssportler und des Landes sollte an die Lösung dieser Aufgaben gegangen werden, damit wir alle als Sieger aus diesem Prozess hervorgehen.
Axel Seiler
