Ein Herz allein reicht nicht
Integratives Unterrichten heißt ein neues Zauberwort, welches ein spürbar geteiltes
Echo hervorruft. Es macht nicht alle glücklich, insbesondere nicht die Kollegen, die
neben dem wohl allen inne wohnenden Herzen beim Zusammenkommen mit
behinderten Kindern noch viel Kraft, Idealismus und Energie in deren auch sportliches Glücklichsein investieren. Ein Problem auf diesem Betätigungsfeld verdeutlicht das Schreiben des Behinderten- und Rehabilitations- Sportverbandes Sachsen-Anhalts (BSSA) welches eine deutliche Bitte an unsere tägliche schulische Arbeit formuliert.
“Sehr geehrte Kollegen Sportlehrer,
als Landestrainer und Sportkoordinator im BSSA bin ich verantwortlich für die
Sichtung und Auswahl von Nachwuchssportlern. Die Besonderheit dabei ist, dass
für unsere Sichtung nur Schüler mit einer geistigen, körperlichen oder Sehbehinderung in Frage kommen, die trotz ihres Handicups in der Lage sind, ein sportlichesTraining aufzunehmen und Wettkämpfe zu absolvieren. Unser Verband trägt die Landesmeisterschaften für Kinder und Jugendliche im Schwimmen, im Tischtennis,in der Leichtathletik, im Floorball, Boccia und Basketball aus. Die Besten haben Chancen auf eine Teilnahme an Deutschen und sogar internationalen Meisterschaften, deren Höhepunkt die alle vier Jahre stattfindenden Paralympischen Spiele bilden.
Für die PARALYMPICS 2012 in London rechnen sich neun Athleten unseres
Verbandes Chancen auf eine Nominierung zu diesem Event aus.
Diese Aufgabe ist Bestandteil der Zielstellung des LSB Sachsen-Anhalt in
Kooperation des Innenministeriums mit dem Kultusministerium Sachsen-Anhalts.
Ein Projekt dieser Zusammenarbeit ist der seit 3 Jahren stattfindende Schul-
wettbewerb “Jugend trainiert für Paralympics” (JtfP) der vom BSSA organisatorisch
und finanziell unterstützt wird.
Da viele dieser Schüler nicht an Sonderschulen, sondern immer mehr integrativ
an Regelschulen beschult werden, gestaltet sich der Sichtungsprozess als sehr
komplizert. Denn die Information, ob es sich um ein Kind mit einer leichten,
mittleren oder schweren Beeinträchtigung welcher Art auch immer handelt, fällt
unter Datenschutz. Wir sind nahezu auf die Bereitschaft zur Unterstützung durch
die Kolleginnen und Kollegen SchulleiterInnen und SportlehrerInnen an den
Regelschulen angewiesen.
Diese Unterstützung könnte folgendermaßen aussehen:
- Information des Sportlehrers (in Abstimmung mit den Eltern) an den Landestrainer
BSSA über sportbegeisterte Schüler, die trotz des Handicups trainieren und
Wettkämpfe bestreiten möchten.
- Unterstützung der Kontaktaufnahme des Landes- oder Sichtungstrainers zu den
integrativ beschulten Kindern und Jugendlichen und deren Eltern vorrangig an
Grundschulen, z. B. Durch Hospitation des Sportunterrichts.
- Weiterleitung von Informationen des Landestrainers an die Eltern der Schüler
über die aktiven freizeitsportlichen Möglichkeiten im Umfeld oder Einladungen
zu Sichtungsveranstaltungen.
- Unterstützung einer möglichen Integration/Inklusion der Kinder/ Jugendlichen
in Sport-AG’s an den betreffenden Schulen oder Sportvereinen im Umfeld.
- Motivierung eines großen Teils der integrativ beschulten Kinder/Jugendlichen
als Einzelstarter am Schulwettbewerb “Jugend trainiert für Paralympics” teil-
zunehmen durch Übermittlung der Ausschreibung an sie und ihre Eltern.
Über weitere Vorschläge zum Informationsaustausch würden sich unsere meist ehrenamtlichen Übungsleiter, Betreuer und Trainer sehr freuen, denn wir benötigen dringend Nachwuchs für unsere Landesauswahlen zur Teilnahme an Wettkämpfen auf Bundesebene.
Kontakt kann aufgenommen werden mit:
Geschäftsstelle der BSSA
Detlef Rüprich
Am Steintor 14
06110 Halle/ Saale
Tel: 0345/ 5170824
Mail: d.rueprich@bssa.de
Internet: www.bssa.de
Wichtige Wettkämpfe auf Landesebene 2012:
Landesausscheide “Jugend trainiert für Paralympics” und Landesmeisterschaften
für Kinder und Jugendliche in den Sportarten:
Tischtennis (26.03.12 Ballenstedt)
Schwimmen (16.04.12 Staßfurt)
Leichtathletik (04.05.12 Haldensleben)
Ausschreibungen, Meldelisten und nähere Informationen können über den o.g. Kontakt
bezogen werden.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2012!
Detlef Rüprich
